5 Spielprinzipien und ihre Anwendbarkeit auf Social Networks

Dies ist ein Kapitel aus der Diplomarbeit: „Wir wollen nur spielen! Wie Spielprinzipien Social Networks erfolgreicher machen.“ Inhaltsverzeichnis und PDF-Download

Nach der Anwendung von Spielprinzipien im Allgemeinen gilt es nun, daraus konkrete Funktionen für ein Social Network zu entwerfen. Für die praktische Anwendung steht mit moviepilot.de – einem Social Network für Filmfans – ein solches zur Verfügung. Moviepilot versteht sich als Empfehlungsdienst für Filme jeder Art, in dem die Benutzer Filme bewerten, die sie bereits gesehen haben. Darüber hinaus empfiehlt es seinen Mitgliedern mit Hilfe einer personalisierten Prognose aktuelle Kino- oder TV-Filme nach ihrem Geschmack. Dies geschieht nach der Methode des kollaborativen Filterns, wie er in Abschnitt 4.5 beschrieben wird. Auf diese Weise werden Menschen mit ähnlichem Filmgeschmack ermittelt, die ihrerseits Filme bewertet haben. Daraus ergeben sich weitere Empfehlungen.

Abbildung 2: Die Startseite von moviepilot.de (moviepilot, 2008).

Das Bewerten erfolgt direkt unter dem Filmtitel per Mausklick auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (hervorragend). Einen Lieblingsfilm kann man auch mit einem Herzsymbol (Y) bewerten, verhassten Filmen kann man Totenköpfe (N) vergeben. Diese beiden Extreme fließen ebenfalls in die Empfehlungsberechnung mit ein. Jedem neuen Mitglied wird eine Liste von 50 Filmen vorgelegt, die bewertet werden sollen. Schon nach etwa 20 Bewertungen lassen sich bereits Prognosen errechnen. Je mehr Filme bewertet werden, desto genauer wird die Prognose. Auch die Möglichkeit, viele Filme nacheinander zu bewerten, ist bei moviepilot gegeben: Auf einer speziell dafür vorgesehenen Seite erscheint nach jeder vorgenommenen Bewertung gleich ein weiterer Film, der nach einer neuerlichen Einschätzung verlangt.

Das Ergebnis des kollaborativen Filterns sind meist überraschend treffgenaue Geschmacksprognosen für Filme, die im Fernsehen kommen, im Kino laufen oder auf DVD bzw. Video-on-Demand[1] erhältlich sind. All diese Kanäle sind auch als Vollprogramm abrufbar. Die Mitglieder können sich, wie in einem Social Network üblich, gegenseitig als Freunde hinzufügen und sehen zudem, wie stark ihre geschmackliche Übereinstimmung ist. Desweiteren wird ein Forum zur freien Diskussion bereitgestellt.

Betrachtet man moviepilot als Spielsystem, so kann man die Filme als Objekte definieren (vgl. Abschnitt 4.1). Deren Attribute sind umfangreich: Zu jedem der zur Zeit etwa 20.000 Filme in der Datenbank existieren Basisinformationen wie Inhaltsangabe, Darsteller, Regie, Drehbuch, Originaltitel, Produktionsjahr und Produktionsländer. Diese Daten verbinden die „Film-Objekte“ auch mit einander und ordnen sie. So lassen sich Filme z.B. nach Jahr oder auch nach ihren Hauptdarstellern gruppieren. Darüber hinaus hat die Community mehrere tausend Trailer und tausende Fotos zu den Filmen hinzugefügt und unzählige Kommentare verfasst.

5.1 Die persönliche Filmsammlung

Das Sammeln wurde in Abschnitt 4.2 als treibende Spieldynamik beschrieben, die für Social Networks eingesetzt werden kann. Im Kontext von moviepilot scheinen Filme als Sammelobjekt besonders geeignet zu sein. 30 Prozent der Deutschen kaufen DVDs (Bundesverband audiovisuelle Medien e.V., 2008 S. 34) und für viele von Ihnen sind Filme beliebte Sammelobjekte. Ein durchschnittlicher DVD-Käufer hat in den letzten fünf Jahren 26,1 DVDs erworben.

An welchen Stellen können moviepilot-Mitglieder bereits sammeln? Die Nutzer von moviepilot bewerten Filme, die sie schon gesehen haben, und sie können Filme auf ihre Merkliste setzen. Die Merkliste ist hilfreich, um interessante Filme nicht aus den Augen zu verlieren. Kommt ein solcher Film z.B. im Fernsehen, so erscheint er auf jeden Fall in der Empfehlungsliste des Mitglieds. Beide Listen sind für alle im persönlichen Profil abrufbar, können aber auch als „privat“ ausgeblendet werden. Durchschnittlich hat jedes Mitglied etwa 120 Filme bewertet, die aktivsten Mitglieder liegen bei mehr als 5.000 Filmbewertungen. Weil moviepilot außerdem als Social Network funktioniert, können Mitglieder ihre Freunde und andere Filmfans als Kontakte hinzufügen. Dies kann ebenfalls als Sammeltätigkeit verstanden werden. Sowohl das Bewerten von Filmen, als auch das Vernetzen innerhalb des Social Networks sind Tätigkeiten, die im Interesse des Betreibers liegen. Durch mehr Filmbewertungen verbessern sich die daraus berechneten Empfehlungen für jedes einzelne Mitglied. Das Hinzufügen von Freunden fördert das Wachstum, weil auch Freunde hinzugefügt werden können, die bisher nicht Mitglied bei moviepilot waren.

Wie können diese Tätigkeiten mit Hilfe von Spielprinzipien intensiviert werden? Ziel ist es, dem Nutzer einen ständigen Anreiz zum Sammeln von Filmen zu geben und ihn für seine Sammeltätigkeit zu belohnen. Eine weitere Aufgliederung der bereits vorhandenen Filmlisten sowie eine ansprechendere Gestaltung der persönlichen Sammlung scheinen geeignete Mittel zu sein.

Um die Eigeninitiative seiner Mitglieder zu fördern, sollte ihnen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Top-Listen ganz nach ihren eigenen Wünschen zusammen zu stellen: Seien es nun „Piratenfilme“, „Sandalenfilme“ oder nur jene, „in denen ein Tier die Hauptrolle spielt“ – der Phantasie sollen keine Grenzen gesetzt werden. Durch eine solche Maßnahme dürfte zum einen die Beschäftigung der Mitglieder mit ihrer Kollektion angeregt werden. Zum anderen könnte auch die Kommunikation innerhalb der Community gesteigert werden. Denn wäre nicht jeder gerne Besitzer der „Liste der ultimativen Mantel-und-Degen-Filme“?

Wie sieht die Mechanik einer Filmliste genau aus? Eine solche Liste hat zunächst einen Autor und einen Titel und beinhaltet mehrere Filme. Hinzu kommen potentiell Metadaten darüber: Kommentare und die Mitglieder, die diese Liste sammeln (oder Filme aus dieser Liste kennen). Außerdem kann der Autor die Liste auch nur privat für sich erstellen (z.B. für verliehene Filme).

Diese Filmlisten können als Objekte an vielen Stellen bei moviepilot eingesetzt werden. Zunächst bietet sich dafür ein neuer, eigener Bereich an: Ein Listenportal, in dem Filmlisten durchstöbert und gesucht werden können. Bei allen Filmdetailansichten kann ausgewiesen werden, zu welchen Listen dieser Film gehört. Analog dazu können in jedem öffentlichen Mitgliedsprofil alle Listen eines Nutzers erscheinen. Im persönlichen Profil werden dem Mitglied automatisch einige öffentliche Listen angezeigt, aus denen er bereits Filme kennt. Mit einem Klick kann er sie dann zu seinen Listen hinzufügen. In einer Galerie kann der Nutzer jederzeit seine vollständigen Listen anschauen und anderen präsentieren.

Bisher gibt es bei jedem Film ein Symbol, mit dem man diesen auf die Merkliste setzen kann. Künftig sollte man dort direkt die Liste auswählen können, zu welcher der Film hinzugefügt werden soll.

Mit den Informationen, die moviepilot bereits zur Verfügung stehen, lassen sich auch automatisch Filmlisten erstellen. So kann im Idealfall jeder Film einer Liste zugeordnet werden. Beispiele für automatische Listen sind Filme eines bestimmten Regisseurs oder Schauspielers. Außerdem könnten die am besten bewerteten Filme aus einem bestimmten Land, Jahr und/oder Genre zu Listen verknüpft werden. Durch den Bezug auf die anderen Mitglieder sind Listen denkbar, z.B. Filme, die Nutzer mit einem besonderen demografischen Profil kennen (z.B. weiblich und Jahrgang 1970). Schließlich können auch klassische Bestenlisten automatisch erstellt werden, z.B. die beliebtesten oder die kontroversesten Filme auf moviepilot.

Ausgehend von dieser Listenmechanik sollte die Dynamik dieses Elements so gestaltet werden, dass ein Mitglied ständig einige mehr oder weniger vollständige Filmlisten hat. So ist die Motivation hoch, die noch fehlenden Filme zu kaufen oder zumindest anzusehen, um die Liste zu vervollständigen. Schließt ein Nutzer eine seiner Listen ab, so macht er das, indem er die fehlenden Filme ansieht und bewertet. Diese Filme gehören aber wiederum zu anderen Listen, die es nun zu vervollständigen gilt. So entsteht die Dynamik eines endlosen Spiels.

Schließlich ist auch die ästhetische Ebene wichtig für die Aktivierung der Mitglieder. Die persönliche Sammlung soll vor dem Besitzer und all seinen Besuchern wertvoll und attraktiv aussehen. Dafür bietet sich gestalterisch die Metapher einer Vitrine oder eines Regals an, in der alle Filme aufgereiht stehen können. Neben der bisherigen tabellarischen Darstellung sollte es daher eine grafische Ansicht der Sammlung geben. Eine gute Inspiration sind dabei Online-Bücherverwaltungen. Bei librarything.de kann man seine Bücher nicht nur als Liste ansehen, sondern auch als Galerie mit allen Umschlägen. Das virtuelle Regal bei shelfari.com ist so detailliert gezeichnet, dass selbst die Holzmaserung zu sehen ist. So entspricht das virtuelle Regal 1:1 dem Äquivalent im heimischen Wohnzimmer. Eine solche Darstellung ist auch für die Filme bei moviepilot empfehlenswert, die als virtuelle DVD-Hüllen ausgestellt werden können.

Abbildung 3: shelfari.com stellt die persönliche Bücherliste als Regal dar (Shelfari, 2008).

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Bewerten von Filmen auf einfachem Wege um das Spielprinzip Sammeln erweitert werden kann. Durch die Möglichkeit, Listen von Filmen individuell erstellen zu können, entsteht der Wunsch diese zu vervollständigen. Weil die gesammelten Filme wiederum zu anderen Listen gehören, wird dieses Verhalten immer wieder verstärkt. Mindestens ebenso wichtig ist die Präsentation der Sammlungen, die mit einfachen grafischen Mitteln viel zum positiven Erleben der Mit­glieder beitragen kann.

5.2 Belohnungssystem

In Abschnitt 4.4 wurden bereits praktische Hinweise zum Aufbau eines Belohnungssystems gegeben, die nun auf moviepilot angewendet werden sollen. Demnach sind die wichtigsten Elemente eines Belohnungssystems Punkte, Levels und Ranglisten. Sie bauen aufeinander auf und bestärken den Nutzer in seinem aktiven Verhalten. Die moviepilot-Community verfügt bisher nur über ein sehr einfaches Punktesystem: Jeder bewertete Film ist einen Punkt wert. Beim Erreichen einer bestimmten Punktzahl erreicht das Mitglied ein neues Level. Darüber hinaus haben diese Levels allerdings keinen Nutzen und werden nur dem betreffenden Mitglied, nicht aber den anderen Mitgliedern angezeigt. Dieses Konzept gilt es weiter auszubauen.

Die Mechanik eines Belohnungssystems bilden Punkte, die ein Mitglied für spezifisches Verhalten erwirbt. Sie sollten als virtuelle Währung innerhalb eines Social Networks verstanden werden, mit der man als Betreiber genau die Tätigkeiten belohnen kann, die man verstärken möchte. Je wichtiger die Handlung für den Betreiber ist, desto mehr Punkte sollten dafür vergeben werden. Die Punkte repräsentieren also die relative Bedeutung der erwünschten Handlungen. Eine Handlung, die mit 20 Punkten belohnt wird, ist doppelt so wichtig wie eine, für die es nur 10 Punkte zu verdienen gibt. Was wichtig ist, hängt von der Strategie des Unternehmens ab. In Tabelle 2 habe ich aufgeführt, wie dies beispielsweise bei moviepilot aussehen könnte.

Handlung bei moviepilot Punkte
Kontakt erfolgreich eingeladen 50
Den ersten Kommentar zu einem Film verfassen 25
Den ersten Trailer zu einem Film hinzufügen 25
Eigenes Profil mit Foto versehen 20
Das erste Bild zu einem Film oder Star  hinzufügen 15
Trailer hinzufügen 10
Ein neues Thema im Forum beginnen 10
Den „Filmgeschmackstest“ abschließen 10
Das eigene Profil ausfüllen 10
Bild zu einem Film oder Star hinzufügen 5
Täglich einloggen 5
Einen Kommentar zu einem Film verfassen 5
Kontakt hinzufügen 5
Auf ein Thema im Forum antworten 2
Film bewerten 1
Profilfoto wieder löschen -20

Tabelle 2: Handlungen bei moviepilot mit einem konzeptionellen Vorschlag für ihren Gegenwert.

Anhand dieser Punkte kann man nun Levels einführen, die als Belohnung dienen. Die Dynamik des Belohnungssystems entsteht, wenn zu Beginn oft und regelmäßig mit einem Levelaufstieg belohnt wird, es im Verlauf der Mitgliedschaft aber immer schwieriger wird und damit seltener vorkommt. Neulinge werden auf diese Weise früh motiviert und bauen stetig das erwünschte Verhalten auf. Für erfahrene Mitglieder wird die Herausforderung größer, so dass sie motiviert bleiben. Weil es immer länger dauert, ein neues Level zu erreichen, wird die Handlung schließlich nicht mehr wegen der Aufstiegsmöglichkeit durchgeführt. Um trotzdem eine gleichbleibende Aktivität der „Veteranen“ zu erreichen, müssen also zusätzliche Anreize geschaffen werden.

Auf der Basis des bisherigen Nutzerverhaltens bei moviepilot kann man davon ausgehen, dass ein aktives neues Mitglied 75-150 Punkte während des ersten Besuchs erreicht (z.B. durch das Bewerten von Filmen, den Schnelltest und das Profilfoto). Ein sehr aktives Mitglied kann innerhalb einiger Monate schätzungsweise 5.000 Punkte erreichen. Die Levels sollten also so ausgerichtet sein, dass ein neues Mitglied recht bald und kontinuierlich mit einem Levelaufstieg belohnt wird, damit das Konzept verstanden werden kann. Der Anstieg sollte dann steiler ansteigen. Das bedeutet: Der Aufwand, es in das nächst höhere Level zu schaffen, ist jedes Mal höher als der, der für das aktuelle Level nötig war. Für moviepilot und das vorgestellte Punktesystem ist eine empfehlenswerte Levelabstufung in Abbildung 4 dargestellt, die von Level 1 bis 20 reicht. Weil die Akkumulation von Punkten nicht nach oben begrenzt ist, sollten höhere Levelaufstiege nach einer festen Regel erfolgen, z.B. durch Verdopplung plus 10 Prozent des vorigen Levels.

Abbildung 4: Vorschlag der Level 1 bis 20 für moviepilot.

Damit auch die Intensivnutzer motiviert bleiben, sollte man neben den erschwerten Aufstiegsmöglichkeiten auch zufällige Belohnungen für die erwünschten Handlungen ausschütten. Gewinnt beispielsweise jede 25. Filmkritik aller Mitglieder eine Kinokarte, wird damit das häufige Schreiben von Kritiken angeregt. Denn der einzelne Kritikschreiber weiß nicht im Voraus, ob er die Kinokarte für seine Kritik bekommt. Auch könnte jeden Monat eine Verlosung stattfinden, bei der jede Filmbewertung als ein Los zählt. Je mehr Filme ein Mitglied in dem Monat bewertet hat, desto höher wird die Chance auf einen Gewinn.

Aus den Punkten und Levels lassen sich nun auch Ranglisten generieren, die einen spielerischen Wettbewerb unter den Mitgliedern ermöglichen. Für die Ästhetik dieses Spielprinzips ist es förderlich, wenn die Ranglisten die Leistungen besonders herausstellen. In Spielen nennt man diesen Bereich auch „Hall of Fame“, also eine Ruhmeshalle, die Bewunderung und Ehrfurcht auslöst und so besonders stolz macht. Statt nur eine Rangliste für die meisten Punkte zu erstellen, sollte man dabei lieber viele gefilterte Sichten auf den Stand im Social Network zulassen. Weil ein vorderer Platz in einer solchen Rangliste das Flow-Erleben verstärkt, sollte die Sicht immer automatisch so gewählt werden, dass das Mitglied im oberen Drittel der Liste eingestuft werden kann. Das Ziel, auf Listenplatz 1 vorzurücken, scheint so immer im Bereich des Möglichen zu liegen. Die anderen Ranglisten können trotzdem zugänglich bleiben, wenn auch nicht in der Standard-Ansicht. Filtermöglichkeiten bieten sich zeitlich, räumlich, sozial und nach Spielerfahrung an (siehe Abschnitt 4.4). Ein neues moviepilot-Mitglied, das noch wenige Punkte hat, kann beispielsweise in der Rangliste aller Neulinge des Tages trotzdem einen der vorderen Plätze einnehmen.

Auch für moviepilot lässt sich also ein Belohnungssystem einführen, das auf der Mechanik basiert, dass die Mitglieder Punkte für erwünschtes Verhalten bekommen. Weil dadurch der persönliche Fortschritt und der Vergleich mit den anderen Mitgliedern ermöglicht werden, richten die Mitglieder ihre Handlungen danach aus. Neben Kinofreikarten stellt insbesondere die hervorragende Position in einer Rangliste eine Belohnung dar.

Wie in Abschnitt 4.4 beschrieben, stellt auch das Lob anderer Spieler eine Form von Belohnung dar. Da der Einsatz auch in Social Networks fruchtbar sein kann, sollte sich auch in moviepilot ein Platz dafür finden lassen.

Werden alle nutzergenerierten Beiträge, also die Kritiken oder Kommentare eines Mitglieds, mit einer Bewertungsmöglichkeit versehen, ließen sich auch hier die besten mit einem persönlichen Lob beschenken. Auf die Implementierung negativen Feedbacks sollte jedoch an dieser Stelle verzichtet werden, denn das Ziel ist die Motivierung des Nutzers, der in seinem Tun bestärkt werden soll.

Das Lob ermöglicht es moviepilot außerdem, die besten Inhalte hervorzuheben. Wie bei Amazon können die Filmkommentare mit dem meisten Lob zuerst angezeigt werden. Die Anzahl der verfügbaren Bewertungen sollte aber begrenzt werden, um die Währung „Lob“ nicht zu entwerten. Wenn man als aktives Mitglied nur fünf Beiträge pro Tag loben darf, wird man entsprechend sparsam damit umgehen und sie nicht wahllos verteilen. Dem Urheber des Beitrags sollte einsehbar sein, von wem das positive Feedback gekommen ist, denn so wird gleichzeitig die Kommunikation zwischen den Mitgliedern gefördert. Darüber hinaus werden die Beitragenden sich idealerweise mehr Mühe beim Verfassen von Beiträgen geben und lernen, was bei den Lesern gut ankommt und was nicht.

5.3 Nachrichtenticker für Filmempfehlungen

Im theoretischen Teil dieser Arbeit wurden erfolgreiche Social Networks als Aktivierungszirkel interpretiert, die wie in einem Spiel durch Neues, Überraschungen, „Verwickelt­heit“ und Ungewissheit ein anregendes Erlebnis für die Mitglieder schaffen (siehe Abschnitt 4.5). Der„News-Feed“ bei Facebook ist ein gutes Beispiel für ein Interaktionselement mit hohem Spannungspotential. Jede Nachricht enthält Links und ist damit ein Text, der zur aktiven Teilnahme auffordert (vgl. Abschnitt 2.5).

Auch bei moviepilot sollten interessante Ereignisse aus der Community und vor allem die Aktivitäten der eigenen Freunde personalisiert dargestellt werden. Neben den naheliegenden Nachrichten wie neu geschlossene Freundschaften im Freundeskreis („A und B sind jetzt Freunde“) kommen hier vor allem Filmempfehlungen in Betracht. Wenn ein persönlicher Kontakt einen aktuellen Kinofilm bewertet, ist das eine sehr relevante Information. Neben der Methode des kollaborativen Filterns, den moviepilot zur Empfehlungsberechnung einsetzt (siehe Kapitel 5), können auf diese Weise auch Freunde und Gleichgesinnte direkten Einfluss auf die persönliche Filmauswahl nehmen. In Tabelle 3 sind alle Ereignisse aufgelistet, die bei moviepilot für eine Nachricht geeignet sind. Die Mechanik besteht also darin, dass Mitglieder eine Liste relevanter Nachrichten aus der Community erhalten, die alle Links zu weiterführenden Aktivitäten innerhalb des Social Networks enthalten. Nach dem „ecological cognition framework“ von Bishop stellt somit jede Nachricht „persuasive text“ dar, der Vorstellungen entgegen wirkt, die einer eigenen aktiven Beteiligung im Wege stehen.

Nach welchen Kriterien sollten die Nachrichten dargestellt werden? Es ist zu befürchten, dass manche Ereignisse so oft vorkommen, dass sie andere verdrängen, wenn einfach alle in chronologischer Reihenfolge angezeigt werden. Deshalb macht es Sinn, die Ereignisse nach ihrer strategischen Priorität zu gewichten. Die Rekrutierung neuer Mitglieder steht dabei beispielsweise ganz oben, wird aber nur selten vorkommen. Denn Mitglieder laden ihre Freunde erfahrungsgemäß in der Anfangsphase intensiv ein, mit der Zeit aber immer weniger. Zum Vergleich sind die erwarteten Häufigkeiten in der Tabelle eingetragen. Die Gewichtung kann auf dieser Basis automatisch erfolgen. Die Nachrichten müssen dafür in regelmäßigen Abständen ermittelt werden, z.B. alle sechs Stunden. Es werden dann aber nur die zehn Nachrichten mit der höchsten strategischen Priorität angezeigt. Da für ein erfolgreiches Spannungspotential in einem Aktivierungszirkel eine gewisse Komplexität wichtig ist, sollten die verschiedenen Nachrichtentypen in unterschiedlicher Reihenfolge angezeigt werden. So entsteht ein abwechslungsreiches Bild der Aktivitäten auf moviepilot. Aus dem gleichen Grund sollten auch die Absender der Nachrichten häufig wechseln. Die abwechslungsreichen Nachrichten sollten als dynamisches Element motivierend auf den Nutzer wirken. Denn wenn dieser bemerkt, dass sein Umfeld aktiv am allgemeinen Geschehen teilnimmt, wird auch er nach diesem Vorbild handeln.

Ereignis (Community)

Nachricht

Erwartete

Häufigkeit

Strategische

Priorität

Kontakt erfolgreich eingeladen Max und Florian sind jetzt Freunde. •••••
Kommentar zu einem Film verfassen Max hat einen neuen Kommentar zum Film Kung Fu Panda geschrieben. ••• ••••
Trailer oder Bild zu einem Film oder Star hinzufügen Max hat einen neuen Trailer/Bild zum Film Indiana Jones / zum Star Harrison Ford hinzugefügt. •• •••
Trailerquiz gespielt (siehe Abschnitt 5.4) Max hat das Trailerquiz gespielt und liegt jetzt 3 Plätze vor Dir. •••• •••
Ein neues Thema im Forum beginnen Max hat ein neues Thema im Forum begonnen: Was ist euer Film des Jahres? •••
Eigenes Profil mit Foto versehen Max hat ein neues Profilbild. ••
Zu einem Thema geschrieben Max hat im Forum zum Thema Filmzitate raten geantwortet: „Houston, wir haben ein Problem … •••

Ereignis (Empfehlung)

Neuer Video-on-Demand-Film hat Bewertungen meiner Freunde Halbe Treppe ist Neu im Download-Shop. Schickse77 sagt 7.5 Punkte. •••••
Neuer DVD-Film hat Bewertungen meiner Freunde Schwesterherz ist Neu auf DVD. Max sagt  8.0, crazycarmen sagt 7.0 Punkte, 1 weitere Meinung… •••• ••••
Neuer Kinofilm hat Bewertungen meiner Freunde Hancock läuft Neu im Kino. Max sagt 2.5 Punkte. •• ••••
Aktueller TV-Film hat Bewertungen meiner Freunde Brazil läuft auf 3sat heute um 22:15. Max sagt Lieblingsfilm, Schickse77 sagt 8.5 Punkte, 12 weitere Meinungen… ••••• ••
Filme bewertet Max hat Filme bewertet: Cassandras Traum (9.5), Matrix Revolutions (3.0), Sicko (4.5), alle ansehen … •••••
Film auf die Merkliste gesetzt Max hat Happy-Go-Lucky auf die Merkliste gesetzt. •••

Tabelle 3: Community- und Empfehlungs-Ereignisse für den Nachrichtenticker bei moviepilot

Bleibt zuletzt die Frage nach der ästhetischen Gestaltung dieses Spielprinzips. Es erscheint wünschenswert, eine Balance zwischen erwünschter Komplexität (viele unterschiedliche Ereignisse mit vielen Links) und einladender Einfachheit zu finden. Deshalb bietet sich eine kompakte, textlastige Darstellung an, die nur selten mit Bildern ergänzt wird.

Die Einführung eines Nachrichtentickers stellt für moviepilot also eine Chance dar, seine Mitglieder in einen spielerischen Aktivierungszirkel zu versetzen, der immer neue Handlungsangebote macht. Die Dynamik sollte dabei so gestaltet werden, dass Bereiche, die eine hohe strategische Priorität bei moviepilot haben, bevorzugt angezeigt werden. Eine kompakte Darstellung mit vielen Links, selten auch mit Bildern, rundet diese Funktion ästhetisch ab.

5.4 Das nie endende Trailerquiz

Um die Mitglieder von moviepilot zu aktivieren, sollten ihnen klare Handlungsoptionen angeboten werden (siehe auch Abschnitt 3.2.3). Die Mitglieder sollen an das Angebot gebunden werden, darin auf vielfältige Weise Filme entdecken können und selbst Filminformationen wie z.B. Fotos oder Trailer hinzufügen. Deshalb soll auf Basis der Erkenntnisse aus dieser Arbeit ein konkretes Spiel als Handlungsangebot für die Mitglieder konzipiert werden, das auch die Anliegen des Betreibers berücksichtigt: Das „moviepilot Trailerquiz“. Eine erste Version dieses Spiels ist seit 4. April 2008 online und wird von den Mitgliedern gut angenommen (moviepilot, 2008).

Die Mitglieder von moviepilot begannen schon früh, das Forum für Ratespiele zu nutzen, beispielsweise gibt es „ein Plot-Quiz“ (moviepilot, 2008) und auch eine Diskussion, bei dem es um das Erraten von Filmzitaten geht (moviepilot, 2007). Ein Quiz zum Thema Film ist also naheliegend wie auch erfolgversprechend.

Zu den nutzergenerierten Inhalten auf moviepilot gehören mehrere Tausend kurze Trailer, die zu Filmen hochgeladen wurden. Trailer sind kurze Zusammenschnitte von Filmen, die als Werbung für den Film von den Produzenten bereit gestellt werden. Der Stil dieser Videos ist recht homogen, die Länge beträgt meist eine bis drei Minuten. Die Filminformationen und Trailer dienen als zentrale Objekte für das Spiel. Moviepilot prüft momentan nicht, ob diese Videos auch zu den richtigen Filmen hinzugefügt wurden. Die meisten Trailer stimmen zwar überein, trotzdem soll aber noch eine Methode gefunden werden, mit der die Mitglieder selbst falsche Videos aussortieren können. Für den Betreiber ist es außerdem wichtig, dass das Spiel automatisch abläuft und nur minimal redaktionell gepflegt werden muss.

Die grundlegende Spielmechanik beschränkt sich auf eine einzige Quizfrage: „Wie heißt dieser Film?“. Ein Trailer-Ausschnitt von 10 Sekunden Länge wird abgespielt, dazu werden automatisch vier Filmtitel als Antwortoptionen gegeben, die vom Spieler angeklickt werden können. Eine davon ist korrekt, die anderen drei sind falsch, ähneln aber der korrekten Antwort (Schauspieler, Genre oder Jahr sind gleich). Sofort nach dem Klick wird angezeigt, ob die Antwort richtig war und nach drei Sekunden beginnt automatisch die nächste Frage. Für korrekte Antworten erhält man Punkte, die für registrierte Mitglieder dauerhaft gespeichert werden. Für unregistrierte Spieler stellen die Punkte einen wesentlichen Anreiz dar, sich anzumelden („Speichere Deinen Punktestand!“). So trägt das Trailerquiz zur Verbesserung der Konversionsrate bei. Bei einer falschen Antwort wird eines von fünf Leben abgezogen. Hat man keines mehr übrig, ist die Spielrunde zu Ende. Um den Einstieg in das Spiel optimal zu steuern, werden die ersten 50 Trailer einmalig von der Redaktion festgelegt. Danach werden die Trailer in zufälliger Reihenfolge verwendet, ohne Wiederholungen zuzulassen.

Abbildung 5: Das moviepilot Trailerquiz (moviepilot, 2008).

Die Dynamik des Spiels kommt durch verschiedene Maßnahmen in Gang, auf die im Folgenden genauer eingegangen wird. Zunächst gilt: Je schneller die korrekte Antwort gegeben wird, desto mehr Punkte gibt es dafür. Denn mit jeder abgelaufenen Sekunde wird einer von zehn möglichen Punkten abgezogen. Damit wird das Spiel auch für echte Filmkenner nicht langweilig. Außerdem fördert der Zeitfaktor die Wahrnehmung von Diskrepanzen beim Spieler, die für den Aktivierungszirkel so wichtig sind (siehe Abschnitt 4.5). Denn sobald die Aufgabe bearbeitet wurde, folgt sogleich die nächste. Das Pendeln zwischen Anspannung und Entspannung kann sich so optimal einstellen.

Um Flow-Erleben beim Spieler auszulösen ist es wichtig, dass die Herausforderung des Spiels weder zu schwer, noch zu leicht fällt (siehe Abschnitt 3.2.3). Insbesondere zwei Maßnahmen stellen dies beim Trailerquiz sicher. Für den fortgeschrittenen Spielern gibt es einen Bonus, wenn mehrere Fragen am Stück richtig beantwortet werden: Bei der dritten korrekten Antwort gibt es den doppelten Punktwert, bei vier Antworten den dreifachen und bei fünf oder mehr richtigen Antworten den vierfachen Punktwert. Behavioristisch gesehen sind dabei sowohl Punkte als auch Boni positive Verstärkungen für das Spielerverhalten. Er wird also sein Handeln danach ausrichten, möglichst viele Punkte zu erwerben. Durch die Boni entsteht gleichzeitig ein Risiko für den Spieler, denn sobald eine Frage falsch beantwortet wurde, fällt der Bonus auf Null zurück. Der Schwierigkeitsgrad steigt also ständig an: Denn je länger die „Glückssträhne“ korrekter Antworten andauert, desto wahrscheinlicher wird eine falsche Antwort und umso aufregender das Spiel. Dieses Prinzip stellt also sicher, dass die Herausforderung mit dem Können des Spielers ansteigt. Das zweite Prinzip konzentriert sich auf die unerfahrenen Spieler, die nicht überfordert werden dürfen. Zögert ein Spieler mit seiner Antwort, so werden nach und nach falsche Antwortmöglichkeiten ausgeblendet, so dass kurz vor Schluss nur noch zwei Möglichkeiten übrig bleiben. So sinkt das Risiko, falsch zu liegen von 75 Prozent (eine aus vier Antworten) auf 50 Prozent (eine aus zwei Antworten). Bei einem Film, den man absolut nicht kennt, kann man so wenigstens noch den korrekten Titel erraten, wofür es allerdings kaum noch Punkte gibt. Das Prinzip der Bonusvergabe und das Ausblenden falscher Antworten sind also Methoden der dynamischen Schwierigkeitsanpassung, wie sie im Abschnitt 3.2.3 beschrieben wurden. In einer späteren Version des Trailerquiz‘ könnte außerdem die Fehlerquote für jede Frage gespeichert werden. Damit wäre es möglich, den Schwierigkeitsgrad einer jeden Frage dem Können des Spielers anzupassen.

Nach der Mechanik und Dynamik des Spiels ist auch die ästhetische Ausgestaltung wichtig. Hier sollte das Trailerquiz auf bewährten Mustern aufbauen. Die Gestaltung einer Frage mit blockweise angeordneten Antwortmöglichkeiten findet beispielsweise bei der populären TV-Quizshow „Wer wird Millionär“ Verwendung, aber auch beim Brettspiel „Trivial Pursuit“. Genau diese Elemente sollten auch im Trailerquiz angewendet werden. Die übrige Gestaltung ist nüchtern und am Corporate Design von moviepilot zu orientieren. Die unterschiedlichen Trailer sollen hauptsächlich für ästhetische Abwechslung sorgen.

Ständig sichtbar hat der Spieler die besten Runden aller Spieler von diesem Tag mit seiner Position darin. Ist die Liste zu lang, werden nur die umgebenden Ränge und die Top 3 angezeigt. Daraus kann der Spieler das konkrete Handlungsziel ableiten, den nächsthöheren Rang zu erlangen bzw. den ersten Platz zu erreichen. Es stellte sich jedoch heraus, dass einige Intensivspieler täglich so gute Leistungen vorlegen, dass Neulinge davon vermutlich abgeschreckt werden. Weil eine Rangliste aber eher die Motivation unterstützen sollte, empfiehlt sich ein neues Arrangement der Ansicht. Dabei kann das soziale Element des Social Networks angewendet werden: Der Spieler soll künftig nur mit seinen Freunden spielen, alle anderen Spieler werden auf eine sekundäre Rangliste verlegt. Ziel soll es künftig sein, besser zu spielen als seine Freunde und außerdem weitere Freunde zum Spielen herauszufordern. Auch die regelmäßige Rückkehr sollte belohnt werden, indem alle Punkte aus jedem Spiel summiert werden. Auch wenn man keine Bestrunden schafft, kann man es so mit Fleiß auf einen vorderen Platz schaffen.

Nicht zuletzt soll das Trailerquiz auch helfen, die Qualität der Trailer auf moviepilot zu verbessern. Dazu wird eine Option eingebaut, mit der der Spieler ein Problem mit einem Trailer melden kann. Klickt er darauf, so kann er das Problem genauer beschreiben, z.B. markieren, dass der Trailer nicht zum gefragten Film gehörte, die falsche Sprache hatte oder in schlechter Bild- oder Tonqualität vorliegt. Die so gemeldeten Trailer werden von der Redaktion geprüft oder bei wiederholter Markierung automatisch aus dem Bestand entfernt. So findet eine ständige Qualitätssicherung statt, die kaum noch redaktionellen Aufwand erfordert. Neu hinzugefügte Trailer tauchen vollautomatisch im Trailerquiz auf.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind bereits einige der in dieser Arbeit angesprochenen Spielprinzipien implementiert worden. Allerdings ist der Zeitpunkt für eine Evaluierung noch zu früh. Fest steht aber, dass sich das Social Network moviepilot andauernder und stetig anwachsender Beliebtheit bei seinen Mitgliedern erfreut. Die beginnende Integration spielerischer Elemente wie dem Sammeln von Filmen, einem Belohnungssystem, dem Trailerquiz etc. scheint Früchte zu tragen. Ein A/B-Test, der die spielerische Interaktion der konventionellen gegenüber stellt, wird helfen, empirisch quantifizierbare Fakten zu schaffen.

Zu unterstreichen gilt es auch noch den beiderseitigen Nutzen für die Mit­glieder und die Betreiber: Einerseits wird den Nutzern die Möglichkeit gegeben, sich in spielerischer Weise mit ihrem Hobby (oder auch ihrem Beruf) auseinanderzusetzen, ihren (cineastischen) Horizont zu erweitern und Gleichgesinnte kennenzulernen. Andererseits profitieren auch die Betreiber von aktiven und motivierten Community-Mitgliedern. Denn eine hohe Mitgliederzahl garantiert Werbeeinnahmen und trägt so zum wirtschaftlichen Erfolg des Social Networks bei. Und, wie aus Abschnitt 5.4 ersichtlich wird, es erspart ihnen sogar Kosten! Denn dadurch, dass fehlerhafte Trailer von den Nutzern selbst entfernt werden können, reduziert sich auch der finanzielle Aufwand und Arbeitszeit.


[1] Video-on-Demand beschreibt den Online-Abruf eines Films mit der Möglichkeit, ihn direkt am Computer anzusehen.

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